Was du in Yellowknife bei minus 30 zur Polarlichtnacht anziehst
Winternächte draußen in der Wildnis um Yellowknife gehören zum Kältesten, was die meisten Besucher je erleben. Die gute Nachricht: Die Kälte ist berechenbar, und mit der richtigen Kleidung kommst du gut zurecht. Dieser Ratgeber geht die Schichten einzeln durch und zeigt die warmen Orte, die jede Tour bietet.
Wie kalt die Nächte werden
Winternächte in Yellowknife haben oft −20 bis −35 °C, und im Januar fallen die Nächte oft unter −30 °C. Wind auf einem offenen See lässt es noch kälter wirken.
Der Herbst ist milder, denn von etwa Mitte August bis Anfang Oktober liegen die Nächte meist um den Gefrierpunkt oder knapp darunter. Eine warme Jacke und eine Mütze reichen oft. Unser Ratgeber zu den besten Monaten in Yellowknife vergleicht die beiden Jahreszeiten.
Die Luft ist trocken, und das hilft, denn trockene Kälte fühlt sich bei gleicher Temperatur weniger beißend an als feuchte. Ungeschützte Haut friert trotzdem schnell, und der Rest dieses Ratgebers widmet sich den Nächten im tiefen Winter.
Stillstehen ist das Schwierige
Gehen bei minus 30 ist in normaler Winterkleidung eine Weile erträglich. Eine Stunde still auf einem zugefrorenen See zu stehen und in den Himmel zu starren, ist etwas ganz anderes, weil dein Körper viel weniger Wärme erzeugt, wenn er sich kaum bewegt.
Eine Polarlichttour besteht etwa 4 Stunden lang aus Warten und Schauen, oft bis weit nach Mitternacht. Zieh dich für den langsamsten, ruhigsten Teil der Nacht an, nicht für den Weg vom Bus zum Ufer.
Die Schichten, von innen nach außen
Mehrere dünnere Schichten halten mehr Wärme als ein dicker Mantel, und im beheizten Bus oder in der Hütte kannst du sie öffnen. Baumwolle hält Schweiß und kühlt dich aus. Lass Jeans und Baumwoll-T-Shirts im Hotel.
- Thermounterwäsche für oben und unten aus Wolle oder Kunstfaser
- Eine Zwischenschicht aus Fleece oder Wolle
- Ein Daunenparka, der die Hüften bedeckt, idealerweise mit Kapuze
- Gefütterte Schneehosen über der Thermowäsche
- Eine warme Mütze, die die Ohren bedeckt, mit der Parkakapuze darüber
- Ein Schlauchschal, den du über Nase und Wangen ziehen kannst
- Dünne Unterziehhandschuhe in dicken Fäustlingen
- Gefütterte Winterstiefel, ausgelegt für deutlich unter −30 °C, mit Platz für die Zehen
- Wollsocken, lieber ein gutes Paar als zwei enge
- Hand- und Zehenwärmer für die langsamen Stunden
Erst Hände und Füße, dann das Gesicht
Finger und Zehen frieren zuerst, weil der Körper bei großer Kälte die Wärme zum Rumpf zurückzieht. Fäustlinge halten die Finger zusammen und wärmer als Fingerhandschuhe, und mit Unterziehhandschuhen bedienst du ein paar Sekunden lang das Handy, ohne dass Haut frei liegt.
Am wichtigsten sind die Stiefel. Winterstiefel für die Stadt sind selten für eine Stunde auf Seeeis bei minus 30 gemacht, also prüf die Temperaturangabe. Enge Stiefel schnüren die Durchblutung ab, lass deinen Zehen also Platz und wähl eine dicke Socke statt zwei.
Dein Gesicht kannst du nicht ganz bedecken, während du nach oben schaust. Zieh den Schlauchschal hoch und schau ab und zu auf Wangen und Nasen deiner Begleiter. Ein Lippenbalsam hilft ebenfalls, denn die trockene Luft lässt die Lippen schnell aufspringen.

Erfrierungen: die Warnzeichen
Erfrierungen können bei diesen Temperaturen innerhalb von Minuten an Wangen und Fingern beginnen, besonders bei Wind. Die ersten Anzeichen sind blasse oder wachsartige Haut und ein taubes, steifes Gefühl, wo es eben noch gestochen hat.
Bemerkst du sie, geh zurück in den Bus oder ins Gebäude und wärm die Haut sanft am Körper oder in warmer Luft. Reib sie nicht mit Schnee ab. Sag dem Guide lieber früh Bescheid, als zu warten, bis eine Fingerkuppe weiß wird.
Warme Orte auf jeder Tour
Wie viel Kälte du abbekommst, hängt auch von der Tour ab. Die Hüttentour, ab ~90 €, hat eine beheizte Hütte im Wald, während das Team alle paar Minuten den Himmel prüft. Du gehst hinaus, wenn die Lichter erscheinen, und ein Mitternachtsimbiss mit Fish Chowder (Fischsuppe) und heißem Bannock, einem Pfannenbrot, hilft auch.
Destination NWT, ab ~87 €, hat eine warme, geräumige Lodge nahe dem Madeline Lake mit modernen Toiletten und heißen Getränken. Yellowknife Vacations ab ~55 € und Aurora Bus Tours ab ~61 € haben beide beheizte Fahrzeuge, aber kein Gebäude an den Stopps.
Unser Vergleich der vier Tourarten wägt die Wärme gegen die Flexibilität einer Tour ab, die zum klaren Himmel fährt. Egal, welche du wählst: Polarlichter sind nie garantiert, also zieh dich für langes Warten an.
Eine beheizte Hütte zum Warten, Leihkleidung laut Angebot
Die Hüttentour nimmt ab ~90 € bis zu 17 Gäste mit und serviert um Mitternacht Chowder und Bannock. Ihre Viator-Seite nennt Winterkleidung zum Leihen und eine 4,9 aus 290+ Bewertungen, doch diese Buchung ist nicht erstattungsfähig. GetYourGuide bietet kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vorher.
Leihen statt kaufen
Nur wenige Besucher besitzen Parka und Stiefel für minus 30, und sie für eine einzige Reise zu kaufen, ist teuer. Mehrere Ausstatter in Yellowknife verleihen Parkas und Stiefel, sodass du mit normalen Schichten anreisen und die schwere Ausrüstung in der Stadt abholen kannst.
Unter den vier Touren, die wir vergleichen, nennt nur das Viator-Angebot der Hütte Leihkleidung als inklusive. Bei den anderen drei leihst du selbst oder bringst eigene mit, und unser Ratgeber zu den Kosten jeder Tour zählt das zu den Extras. Wer den Verleih vor dem Flug reserviert, spart bei der Ankunft Zeit.
Hält dich eine bewölkte Prognose eine Nacht lang drinnen, zeigt dir unser Ratgeber für Nächte, in denen der Himmel zu bleibt, deine Möglichkeiten. Die warmen Sachen warten dann auf den nächsten klaren Abend.