Die Polarlichter in Yellowknife fotografieren
Für ein gutes Polarlichtfoto in Yellowknife brauchst du heute keine teure Ausrüstung mehr, wohl aber eine ruhige Hand und einen warmen Akku. Die Kälte verdirbt mehr Aufnahmen als falsche Einstellungen. Dieser Ratgeber behandelt Handys und Kameras bei minus 30 Grad und zeigt, welche Touren die Bilder für dich machen.
Handy oder Kamera?
Aktuelle Handys mit Nachtmodus halten ein helles Polarlicht erstaunlich gut fest. Sie sammeln über mehrere Sekunden Licht und kombinieren die Bilder, sodass aus einem blassen Band ein klarer grüner Bogen wird. Für viele Besucher reichen ein Handy und ein kleines Stativ.
Eine Kamera mit manuellen Einstellungen schlägt sich bei schwachen Lichtern und weitem Himmel trotzdem besser. Außerdem stellst du Fokus und Belichtung selbst ein, statt dich auf die Schätzung des Handys zu verlassen. Wenn du schon eine hast, nimm sie mit, aber auch nur mit dem Handy gehst du nicht leer aus.
So oder so müssen die Lichter erst einmal auftauchen. Polarlichter sind nie garantiert, und unser Ratgeber zum Lesen der Polarlicht-Vorhersage erklärt, warum meist die Wolken entscheiden.
So sieht dein Handy das Polarlicht
Schalte den Nachtmodus ein und halte das Handy während der ganzen Zählung still, oder besser, stell es auf ein kleines Stativ. Ein günstiges Handystativ mit biegsamen Beinen passt in die Tasche und klammert sich an ein Geländer oder eine Schneewehe.
Schalte den Blitz aus und tippe zum Fokussieren auf den Himmel im Display. Lässt dein Handy eine längere Nachtbelichtung zu, vergleiche ein paar Längen. Die Bilder wirken oft heller, als der Himmel war, und das ist normal.
Steck das Handy zwischen den Aufnahmen in eine Innentasche. Akkus entleeren sich in der Kälte schnell, und ein Handy kann sich nach wenigen Minuten an der kalten Luft trotz voller Ladung abschalten. Eine kleine Powerbank, warm am Körper getragen, ist eine vernünftige Reserve.
Kameraeinstellungen als Ausgangspunkt
Sieh die Werte unten als Ausgangspunkt und passe sie an, sobald du das erste Bild siehst. Jedes Schauspiel ist anders, und ein helles, schnelles Polarlicht braucht weniger Licht als ein schwaches, ruhiges.
- Ein Weitwinkelobjektiv, damit Bogen und Landschaft ins Bild passen
- Manueller Fokus auf unendlich (teste ihn an einem hellen Stern mit vergrößertem Display)
- ISO 1600–3200
- Die größte Blendenöffnung, die dein Objektiv erlaubt
- Belichtungszeiten von 2–10 Sekunden, kürzer, wenn sich die Lichter schnell bewegen
- Ein Stativ und der Selbstauslöser, damit der Druck auf den Auslöser das Bild nicht verwackelt
Kurze Belichtungen halten die Formen wogender Vorhänge scharf, längere verwischen sie zu einem weichen Schimmer. Wird der Himmel plötzlich heller, verkürze zuerst die Belichtungszeit, bevor du etwas anderes änderst.
Kalte Akkus und beschlagene Linsen
Kamera-Akkus verlieren bei minus 20 Grad und darunter schnell an Leistung. Trag zwei oder drei Ersatzakkus in einer Innentasche und wechsle sie, wenn sie nachlassen, denn ein kalter Akku gewinnt beim Aufwärmen oft wieder etwas Ladung zurück.
Das nächste Problem ist dein eigener Atem. Atmest du nahe am Objektiv oder Sucher, bildet sich ein Reiffilm, also dreh beim Fotografieren den Kopf weg. Nackte Finger an kaltem Metall tun schnell weh, und dünne Unterziehhandschuhe helfen bei den Knöpfen.
Am Ende der Nacht droht Kondenswasser. Eine kalte Kamera, die du in einen warmen Bus oder ein Gebäude trägst, beschlägt innen und außen. Pack sie vor dem Hineingehen in eine geschlossene Tasche und lass sie langsam warm werden, bevor du sie öffnest.

Rotes Licht statt weißem
Eine Stirnlampe ist auf verschneitem Boden nützlich, aber ein weißer Strahl ruiniert deine Nachtsicht und landet in den Langzeitbelichtungen aller anderen. Wähl eine mit Rotlichtmodus und richte sie nach unten.
Dasselbe gilt für Handydisplays, die im Dunkeln hell leuchten. Dreh die Helligkeit herunter, dann siehst du die schwachen Ränder des Polarlichts viel besser, sobald sich deine Augen angepasst haben.
Was die Touren für dich fotografieren
Alle vier Touren, die wir vergleichen, schicken dich mit Bildern nach Hause, was den Druck nimmt, falls deine eigene Ausrüstung schwächelt. Yellowknife Vacations, ab ~55 €, hat einen professionellen Fotografen im Bus, und das Angebot sagt klar, dass für die Bilder nichts berechnet wird.
Destination NWT, ab ~87 €, bringt ebenfalls einen professionellen Fotografen mit und gibt dir die digitalen Originaldateien ohne Aufpreis. Aurora Bus Tours, ab ~61 €, führt professionelle Fotos als inklusive auf.
Die Hüttentour, ab ~90 €, macht es anders. Ihr Guide verspricht mindestens 3–4 gute Aufnahmen pro Gast, gemacht mit einem hochwertigen Handy und nach der Nacht verschickt, und das Viator-Angebot erwähnt Kostüme für lustige Bilder.
Ein Fotograf im Bus, die Bilder gratis
Ab ~55 € bringt Yellowknife Vacations bis zu 16 Personen über den Ingraham Trail zu drei Stopps, mit einem professionellen Fotografen an Bord. Bewertet mit 4,8 aus 430+ Bewertungen auf Viator und 4,7 aus 290+ auf GetYourGuide. Auf beiden Seiten kannst du bis einen Tag vorher kostenlos stornieren, garantiert sind die Lichter aber nie.
Das Bild gestalten
Ein Foto von nichts als grünem Himmel wird schnell langweilig. Eine Fichtenlinie oder ein zugefrorener See gibt dem Polarlicht einen Maßstab, ebenso ein Hüttendach oder ein Freund, der still steht. Die Seen entlang des Ingraham Trail bieten im Winter weite, offene Vordergründe.
Für ein Porträt unter den Lichtern bitte dein Motiv, während der ganzen Belichtung stillzuhalten, während jemand sein Gesicht kurz und sanft anleuchtet. Die Tourfotografen machen das die ganze Nacht und erklären gern, wie es geht.
Eine Stunde hinter dem Stativ zu stehen ist kalte Arbeit, also zieh dich entsprechend an, mit unserem Ratgeber zur Kleidung für minus 30 Grad. Familien finden in Polarlichtnächte mit Kindern Tipps, wie kleine Hände zwischen den Aufnahmen warm bleiben.